Agenda

Torfreduktion

Kein Verbot aber ein Gebot

Der Bund verlangt: Der Bund will die Verwendung von Torf radikal reduzieren. Das vom Bundesrat verabschiedete Torfausstiegskonzept liegt seit Dezember 2012 vor. Ein Torfverbot ist darin nicht vorgesehen.

Beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) wird von einem Torfreduktionskonzept gesprochen mit dem Ziel Massnahmen zur Reduktion des Torfimports und der Torfverwendung zu entwickeln.

Ebenso besteht ein Druck von Seiten Öffentlichkeit, insbesondere des Naturschutzes, auf die Verwendung von Torf zu verzichten. In den Medien wurde das Thema mehrfach aufgegriffen. Es erscheinen laufend neue Artikel in der Tagespresse.

Konsequenzen für die Branche: Als Verbraucherin von Torf ist die Branche aufgefordert den Torfverbrauch zu reduzieren. 

Mit gleichen Spiessen – die Grüne Branche verlangt:

  • Einfuhrkontrollen beim Import der in Torfsubstrat produzierten Pflanzen und gleiche Anforderungen wie bei Schweizer Pflanzen.
  • Einbezug weiterer Anbieter von Torf und Torfsubstraten in die Torfreduktion. Nicht nur die gärtnerische Produktion, auch andere Anbieter von Substraten und Pflanzen sind zum Torfreduktion zu verpflichten. Die grossen Detailhändler sollen torfreduzierte und -freie Blumenerden für den Hobbygartenbau fördern und auf den Verkauf von Torfsubstraten verzichten.

Strategie: Die Grüne Branche verzichtet, wenn immer möglich, auf die Verwendung von Torf.

  • Im GaLaBau (Garten- und Landschaftsbau) wird, abgesehen für spezielle Anwendungen (Moorbeet), kein Torf mehr eingesetzt.
  • Produzenten, welche heute Torfsubstrate verwenden, sind bestrebt den Verbrauch von Torf zu reduzieren, mit dem Ziel, dass der Torfanteil in den Substraten unter 70 % des Volumens liegt. Produzenten, welche bereits mit Substraten mit einem Torfanteil von weniger als 70 % arbeiten, werden ermuntert weitere Reduktionsschritte umzusetzen. Von diesem Reduktionsziel sind Kulturen wie Calluna, Erica, Azaleen und weitere Moorbeetpflanzen ausgenommen.
  • Die Endverkaufsbetriebe fördern den Verkauf von torffreien Substraten. Sie setzen sich für eine sachgerechte Deklaration ein und beraten die Kunden.
  • Für die Produktion muss in jedem Fall die Option Torf offen bleiben, wenn der Torfimport zusammen mit Pflanzen nicht in gleichem Umfang gesenkt werden kann.

Aktivitäten: JardinSuisse unterstützt die Branche im Bestreben zur Torfreduktion.

  • Erhebung von Daten in der Branche. Die eingeführten Torfmengen verteilen sich wie folgt:
    > Baumschulen 4 %
    > Früchte-/Gemüsebau 28 %
    > Zierpflanzenbau 17 %
    > Ga-La-Bau 3 %
    > Detailhandel 32 %
  • Studie Ökobilanz von Torfersatzprodukten. Maisfaserprodukte und Holzfasern schneiden am besten ab. Kokosprodukte belasten die Umwelt beim Anbau, der Aufbereitung und dem Transport.
  • Erfahrungsaustausch. Zierpflanzenproduzenten besuchten Berufskollegen in Deutschland. Sie holten Know-how für neue Substratmischungen und Kulturführung ab.
  • Versuche in Zierpflanzenbau. Beet- und Balkonpflanzen werden in einem speziellen torfreduzierten oder -freien Substrat kultiviert.

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